Die Atmosphäre im Kansas City Stadium während des Eröffnungsspiels Argentiniens gegen Algerien glich einer renommierten argentinischen Fußballkathedrale. Nahezu 70.000 Fans in den Farben der Albiceleste sorgten am Dienstagabend für ein elektrisierendes Ambiente. Die Menge brach in Gesang aus und feierte ihr Team sowie ihr Idol.
Argentinien lieferte eine herausragende Leistung ab, angeführt von Lionel Messi, der sein 200. Länderspiel mit einer bemerkenswerten Darbietung krönte. Er erzielte einen Hattrick und brachte seine Gesamtzahl an Toren in Weltmeisterschaftsspielen auf16 Tore, womit er den Rekord von Deutschlands Miroslav Klose für die meisten Tore in der Geschichte der Weltmeisterschaften erreichte. Diese Leistung kam kurz nachdem Frankreichs Kylian Mbappé mit14 Torenihn übertroffen hatte.
Messi wurde außerdem der erste männliche Spieler, der an sechs Weltmeisterschaften teilnimmt, ein Rekord, den der portugiesische Star Cristiano Ronaldo voraussichtlich bald erreichen wird. Nach seiner Genesung von einer Muskelverletzung in den letzten Wochen wurden alle Zweifel an Messis Einsatzbereitschaft schnell zerstreut, als er in Lionel Scalonis Startaufstellung aufgenommen wurde.
Der argentinische Stürmer hätte bereits fünf Minuten nach Anpfiff fast ein Tor erzielt, nachdem er einen präzisen Pass erhalten hatte, doch wurde er nur um Haaresbreite für im Abseits stehend gewertet. Ähnlich wurde Algeriens Farès Chaïbi ein Tor aufgrund einer Abseitsentscheidung wenige Augenblicke später aberkannt, was die Enge des Spiels verdeutlichte.
Messi eröffnete in der17. Minuteden Torreigen, indem er einen Pass von seinem Inter Miami-Teamkollegen Rodrigo De Paul aus40 Yardserhielt. Er manövrierte geschickt auf das Tor zu, bevor er einen kraftvollen Schuss von der Strafraumkante abgab, der den Weg an Algeriens Torwart Luca Zidane vorbei fand.
Obwohl Messis Auftritt in der ersten Halbzeit glänzend war, entging er nur knapp einer Verwarnung für eine rücksichtslose Aktion gegen den algerischen Verteidiger Aïssa Mandi, die eine gelbe Karte oder schlimmer nach sich ziehen könnte. Glücklicherweise ergriffen die Schiedsrichter keine Maßnahmen.
Sein zweites Tor fiel in der60. Minute, als ein Fernschuss von Liverpools Alexis Mac Allister von Zidane pariert wurde und perfekt für Messi landete, der aus nächster Nähe einschieben konnte. Die Abwehr Argentiniens erwies sich während des gesamten Spiels als solide und blockierte konsequent Algeriens Versuche.
Seinen Hattrick vollendete Messi in der76. Minute, indem er den Ball klinisch durch drei Verteidiger spielte, bevor er Zidane überlistete. Kurz darauf wurde er ausgewechselt und verließ das Spielfeld unter lautstarkem Beifall.
Fans beider Nationen hatten sich in Kansas City und im nahegelegenen Lawrence, Kansas, versammelt, wo Algerien für das Turnier beheimatet ist. Tausende argentinische Anhänger nahmen am Montagabend an einem Banderazo teil, feierten mit Liedern und Tänzen, die bis in die Nacht andauerten. Die Vorfreude übertrug sich ins Stadion, das Stunden vor dem Anpfiff bereits von Aufregung pulsierte.
Die Unterstützer Algeriens wurden in Lawrence herzlich empfangen und schufen lebendige grüne Flecken inmitten des Meeres aus Blau und Weiß. Trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit feuerten sie leidenschaftlich ihr Team als Außenseiter an.
Mit einem Weltranking von28strebte Algerien eine triumphale Rückkehr zur Weltmeisterschaft nach12 Jahrenan, belebt unter Trainer Vladimir Petković. Während der Qualifikation präsentierten sie Momente ihres energiegeladenen Stils, hatten jedoch Schwierigkeiten, Chancen in Tore umzuwandeln.
Mit dem nächsten Spiel gegen Jordanien steht Algerien vor einer entscheidenden Herausforderung, da sie sich stärker gegen Österreich fühlen. Scaloni hatte die Erwartungen vor diesem Spiel heruntergespielt und erinnerte an Argentiniens überraschende Niederlage gegen Saudi-Arabien im Eröffnungsspiel der Gruppenphase 2022.
Ungeachtet der vor dem Spiel geäußerten Sentimente wird Scaloni mit der Sicherung vondrei Punktenzufrieden sein, die Argentinien eine günstige Position für das Weiterkommen ins nächste Stadium verschaffen. Am Montag steht das Spiel gegen Österreich in Arlington, Texas, an, wo Messi erneut versuchen wird, seinen Namen in die Geschichte einzuprägen.