Dieser Artikel ist Teil der Zusammenarbeit des Expertennetzwerks zur WM 2026, das Einblicke von führenden Medienorganisationen aus den 48 qualifizierten Nationen bietet. Im Vorfeld des Turniers, das ambeginnt, werden täglich Vorschauen von drei Nationen veröffentlicht.
Neue Richtung für das Team
Die Geschichte beginnt Ende April, als Hervé Renard als Trainer entlassen wurde und Georgios Donis seine Nachfolge antrat. Der ehemalige Spieler von Blackburn wählte seinensquad, ohne jemals ein Spiel geleitet zu haben.
Renard führte das Team von 2019 bis 2023 und führte sie zu einem bemerkenswerten Sieg über Argentinien während der WM 2022 in Katar. Allerdings kehrte er im Oktober 2024 zurück, um die Rolle von Roberto Mancini zu übernehmen, der nie wirklich in die Position passte. Renards zweite Amtszeit war weitgehend ereignislos, und ohne die Erweiterung des Turniers hätte es die Grünen Falken möglicherweise nicht geschafft, sich zu qualifizieren.
Im Rückblick auf seine Zeit sagte Renard: „Das ist Fußball… Saudi-Arabien hat die WM sieben Mal erreicht, zweimal unter meiner Leitung. Ich bin der einzige Trainer, der sie durch beide Qualifikationen und die WM geführt hat, was mir 2022 gelang. Zumindest gehe ich mit diesem Stolz.“
Saudi-Arabien: Spielplan Gruppe H
15. Juni gegen Uruguay, Miami (18:00 Ortszeit, 23:00 BST, 16. Juni 08:00 AEST)
21. Juni gegen Spanien, Atlanta (12:00 Ortszeit, 17:00 BST, 22. Juni 02:00 AEST)
26. Juni gegen Kap Verde, Houston (19:00 Ortszeit, 27. Juni 01:00 BST, 27. Juni 10:00 AEST)
Renards Abgang wurde auch durch eine ernüchternde 0:4-Niederlage gegen Ägypten im März beeinflusst, wobei der ehemalige Star Saeed Al-Owairan anmerkte: „Es hätte zur Halbzeit leicht 0:6 stehen können.“ Gerüchte über Renards möglichen Wechsel zu Ghana verstärkten sich, was zu seinem schnellen Abgang führte. In Saudi-Arabien wurde der Zeitpunkt seiner Entlassung mehr hinterfragt als die Entscheidung selbst.
Donis wird voraussichtlich ein 4-2-3-1-System implementieren, das darauf abzielt, das Team defensiv robust zu machen, insbesondere nachdem Renards letzte acht Spiele keinesauberen Spieleerbrachten. Die Tore sind ebenfalls ein Anliegen, da in zehn Qualifikationsspielen nur sieben Tore erzielt wurden und keine von etablierten Stürmern.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es vielversprechende Spieler und möglicherweise weniger Druck. Zudem wird Saudi-Arabien im Januar zum ersten Mal den Asien-Cup ausrichten und strebt nach dem ersten kontinentalen Titel seit 1996, was einen bedeutenden Schritt in den Vorbereitungen auf die WM 2034 darstellt.

Der neue Trainer
Giorgios Donis steht vor seinem ersten Pflichtspiel als Trainer gegen Marcelo Bielsa’s Uruguay, mit wenig Vorbereitungszeit. Donis, der zuvor vier Vereine in der Saudi Pro League trainierte, kennt die Liga und ihre Spieler, was zu seiner Einstellung beitrug. Er führte Al-Khaleej in dieser Saison erfolgreich ins Mittelfeld und spielte ansehnlichen Fußball.
Wichtiger Spieler im Fokus
Salem Al-Dawsari sticht als entscheidender Spieler hervor. Der asiatische Spieler des Jahres erzielte das entscheidende Tor gegen Argentinien im Jahr 2022 und glänzt konstant für Al-Hilal, indem er effektiv von links hereinschneidet. Obwohl seine Leistung nachlässt, da er sich dem Alter von 35 nähert und er entscheidende Elfmeter verpasst hat, bleibt er ein Spielveränderer, insbesondere auf den größten Bühnen.
Aufstrebendes Talent
Musab Al-Juwayr, erst 22 Jahre alt, hat bereits über 30 Einsätze für die Nationalmannschaft gesammelt. Von diesem kreativen Mittelfeldspieler wird mehr erwartet, nachdem er in der letzten Saison als vielversprechendster Spieler in der Saudi Pro League für seine Vision und Passfähigkeiten ausgezeichnet wurde. Sein jüngster Wechsel zu Al-Qadsiah hat ihm unter Brendan Rodgers mehr Spielzeit gegeben und dem Verein geholfen, einen Platz unter den Top vier zu erreichen.
Unterschätzter Beitrag
Firas Al-Buraikan bleibt oft im Schatten der saudischen Stürmer. Trotz häufiger Vergleiche mit renommierten internationalen Angreifern und der Kritik an begrenzter Spielzeit hat Al-Buraikan, jetzt 26 Jahre alt, bei den Gelegenheiten, die er erhielt, konstant abgeliefert. Obwohl er noch nicht die unbestrittene Nummer 9 für sein Land beansprucht hat, sollte seine unermüdliche Arbeitsmoral und das kürzliche Siegertor im Finale der Asiatischen Champions League im April sein Selbstvertrauen stärken.
Prognostizierte Startaufstellung
Fan-Engagement bei den Spielen
Saudi-Arabische Fans waren beim Klub-Weltcup, wo Al-Hilal hervorragend abschnitt, gut vertreten, und die Ticketverkäufe sind „stabil“ unter den einheimischen Unterstützern sowie der saudischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten. Eine große Zuschauerzahl wird in Miami, Atlanta und Houston erwartet. In der heimischen Liga sind die Fans typischerweise jung, begeistert und lautstark, bekannt in ganz Asien für ihre beeindruckenden Tifos, die eine einzigartige Atmosphäre schaffen, die sich von den europäischen Ultras unterscheidet.
Politische Dynamik mit den USA
Die Beziehung ist etwas kompliziert; Saudi-Arabien wird jedoch als eines der bevorzugten Länder von Präsident Trump angesehen und zeigt eine Vorliebe für Kronprinz Mohammed bin Salman. Als langjähriger amerikanischer Verbündeter ist Saudi-Arabien der führende Käufer von Militärtechnik aus den USA. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, insbesondere mit dem Iran, haben in Riad Besorgnis ausgelöst, insbesondere hinsichtlich der Instabilität in der Region. Dennoch verzichten saudische Spieler und Mitarbeiter in der Regel darauf, politische Äußerungen zu tätigen, eine Tendenz, die voraussichtlich bestehen bleiben wird.