Die Anziehungskraft des Fußballs bleibt stark, während die Weltmeisterschaft globale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dieses Turnier hat bemerkenswerte Resilienz gezeigt und überlebt autokratische Regierungen, Korruptionsskandale und die Ausbeutung von Wanderarbeitern. Trotz steigender Ticketpreise und Einwanderungspolitiken, die Gianni Infantinos Ansprüche auf Inklusivität widersprechen, bleibt der Geist der Weltmeisterschaft bestehen.
Dennoch sind diese Herausforderungen erheblich. Die Situation rund um die iranische Mannschaft sticht hervor, gekennzeichnet durch ihre unglückliche Behandlung. Ihre ungeschlagene Serie im Turnier, die nur durch ein späte Tor von Österreich gegen Algerien gestoppt wurde, ist beeindruckend. Ihr Potenzial hätte jedoch noch größer sein können, hätten sie nicht Einschränkungen bei Trainingslagern und Reisen ausgesetzt.
Visaprobleme haben das Turniererlebnis vieler beeinträchtigt, wobei Berichte darauf hindeuten, dass über 80 % der Anträge aus bestimmten Ländern von den USA und Kanada abgelehnt wurden. Die Weltmeisterschaft, die als globales Fest gedacht war, wird untergraben, wenn Fans und Journalisten nicht teilnehmen können. Besonders bemerkenswert ist, dass Senegals offizieller Fotograf die Einreise nach Kanada verweigert wurde, und der bekannteste Unterstützer der DRC, Michel Nkuka Mboladinga, nur ein Spiel in Mexiko besuchen konnte. Viele Fans aus Schottland wurden plötzlich deautorisiert, was ihre Teilnahme verhinderte.
Diese Situation spiegelt die Missachtung der FIFA für die Unterstützer wider und setzt einen besorgniserregenden Präzedenzfall. Die Gastgeberländer zu bitten, ihre Einwanderungspolitik für die Weltmeisterschaft zu ändern, ignoriert etablierte Praktiken; sie sollten tatsächlich erwartet werden, solche globalen Ereignisse zu berücksichtigen. Frühere Schwierigkeiten, die Fans aus Subsahara-Afrika während des Afrika-Cups in Marokko erlebten, werfen Fragen zu zukünftigen Turnieren auf, insbesondere da Saudi-Arabien für 2034 als Gastgeber geplant ist.
Jahrzehnte der Fankultur wurden im Streben nach Profit gefährdet, ohne dass Loyalität belohnt wird. Regelmäßige Fans, die zur lebhaften Atmosphäre beitragen, werden übersehen, und die Ticketpreise sowie wichtige Kosten wie Wasser in Stadien sind ausbeuterisch geworden. Während eine Abrechnung unvermeidlich scheint, bleibt sie doch schwer fassbar.
Qualität des Wettbewerbs und Expansion
Die Expansionsbemühungen haben eine begrenzte Verdünnung der Qualität erreicht. Kap Verde führte seine Qualifikationsgruppe an und könnte es ins 32-Team-Weltmeisterschaft schaffen, während die DRC die Playoffs erreichte, was beiden für das Turnier wertvoll war. Selbst Curaçao konnte einen Punkt sichern. Die Einbeziehung der besten Drittplatzierten wirft jedoch Bedenken hinsichtlich der Gefährdung und Verzögerungen bei der Eliminierung auf, was die Vorbereitung für Mannschaften und Fans erschwert. Eine weitere Expansion auf 64 Teams scheint wahrscheinlich, obwohl dies zusätzliche Belastungen für die Gastgeberländer mit sich bringt.
Trotz dieser Herausforderungen war der Fußball selbst fesselnd, was letztendlich in Erinnerung bleiben wird. In der Gruppenphase gab es im Durchschnitt 2,99 Tore pro Spiel, wobei die Beibehaltung eines solchen Durchschnitts in den K.-o.-Runden dieses Turnier möglicherweise zur torreichsten Weltmeisterschaft seit 1958 machen könnte.
Aus Marketingsicht haben Starspieler hell geleuchtet: Lionel Messi erzielte fünf Tore in der Gruppenphase, gefolgt von vier Toren jeweils von Erling Haaland, Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Vinícius Júnior. Während mehrere Teams, wie Uruguay und die Türkei, unterperformten, waren ihre Ausscheidungen nicht unerwartet. Dies führte zu einem letzten 32, das mit spannenden Begegnungen und vielversprechenden Erzählungen für die bevorstehenden letzten 16 gefüllt ist.
Im Laufe des Turniers sind Dramen entstanden, von Ecuadors Sieg über Deutschland bis zum Sieg der DRC gegen Usbekistan und der chaotischen Nachspielzeit von Algerien gegen Österreich. Szenen leidenschaftlicher Fanmobilisierung sind an Orten weit entfernt von Katar aufgetaucht, wie Schotten in Boston, Kolumbianer in Guadalajara und niederländische Unterstützer in Kansas City.
Diese Elemente verdienen Anerkennung und Feier. Doch die Weltmeisterschaft operiert auf zwei Ebenen, bei denen spannender Fußball mit anhaltenden politischen und sozialen Problemen koexistiert, die bestehen bleiben, auch wenn sie oft im Verborgenen liegen.
- Dies ist ein Auszug aus Soccer Desk: Weltmeisterschaftsausgabe, einem Newsletter von The Guardian US, der während des Turniers regelmäßig erscheint. Abonnieren Sie hier kostenlos.
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