Die zukünftigen Trainerkurse könnten Englands Spiel gegen Argentinien als ein prägnantes Beispiel für eine mangelhafte Defensivstrategie anführen, während man mit einem Tor Vorsprung spielte. Diese Behauptung wird durch überzeugende Daten untermauert, die aus dem Spiel hervorgingen.
Bei Beginn der Analyse tauchten zahlreiche besorgniserregende Statistiken auf. Eine der alarmierendsten wurde von OptaJoe geteilt, die enthüllte, dass England in den 30 Minuten nach dem Tor von Anthony Gordon nur 12% Ballbesitz hatte, bis Argentinien ausglich. „Das ist der niedrigste Wert einer Mannschaft, die mindestens 10 Minuten im Weltmeisterschaftsspiel führt, in den letzten 60 Jahren,“ bemerkten sie.
Wenn man diesen Zeitraum weiter aufschlüsselt, sieht man, dass Thomas Tuchels Mannschaft vor der Trinkpause relativ gut abschnitt. Ein cleverer Pass von Harry Kane bereitete einen Schuss in der 66. Minute vor, und der Kapitän kreierte kurz nachdem England die Kontrolle im Angriffsdrittel zurückgewann, eine weitere Chance. Obwohl Emiliano Martínez nicht ernsthaft unter Druck gesetzt wurde, deutete diese Sequenz darauf hin, dass Argentinien für einen Moment in ihrer eigenen Hälfte eingeschränkt war.
Die Bedrohung nahm jedoch signifikant ab, als Ezri Konsa Gordon ersetzte, was England dazu veranlasste, in ein 5-4-1-System zu wechseln. Diese Änderung beraubte das Team jeder echten Schnelligkeit für Konterangriffe. Obwohl der Austausch von Kane eine mutige Entscheidung gewesen wäre, war sein Einfluss minimal, während das Team versuchte, das Spiel mit einer defensiven Aufstellung abzusichern.
Bedenken über das Torverhältnis
Während Tuchel sich auf das bevorstehende Spiel um den dritten Platz anstelle des Finals vorbereitet, muss er über Englands Torverhältnis während des Turniers nachdenken, das bei +6 über 6,3 Spiele stand, was +0,82 pro 90 gespielten Minuten entspricht. Es ist bemerkenswert, wie diese Statistik je nach Anwesenheit unterschiedlicher Spieler variierte, allerdings mit Vorsicht, kleine Stichprobengrößen in Teamsportarten nicht zu überanalysieren. Das Torverhältnis betrug +2,01 pro 90 Minuten mit Bukayo Saka auf dem Feld, +1,16 für Reece James und +1,14 für Gordon.
Während Geschwindigkeit sich als vorteilhaft erwiesen hat, war sie in diesem Fall auffällig abwesend, da der Arsenal-Flügelspieler auf der Bank blieb. Die Einbeziehung eines schnellen Spielers in der Offensive hätte eine entscheidende Möglichkeit bieten können, um den zunehmenden Druck zu mindern.
Englands schwache Passleistung
In den 19 Minuten, die zwischen Konsas Einführung und dem entscheidenden Tor vergingen, führte England lediglich 11 Pässe aus.
Nur vier dieser Pässe fanden ihr Ziel: Zwei kamen unmittelbar nach der Trinkpause, als Jordan Pickford an John Stones passte und den Ball zurückerhielt, sowie eine weitere erfolgreiche Verbindung in der Nachspielzeit, als Kane Jude Bellingham fand, der dann den Ball verlor. Der letzte erfolgreiche Pass war Bellinghams Anstoß nach dem Ausgleich von Enzo Fernández.
Diese Passfolge verkörperte den Zerfall von Englands Ambitionen. Bellingham schickte den Ball zurück zu Pickford, der ihn dann lang zu Kane schlug, was nichts einbrachte. Der Torwart war für fünf von Englands sieben erfolglosen Pässen während des Zeitraums nach Konsas Eintritt verantwortlich, wobei drei dieser Pässe ins Aus gingen.
Probleme im Spielmanagement
Ein weiteres bedeutendes Problem war Englands Unfähigkeit, das Spiel effektiv zu managen. Argentinien störte regelmäßig das Spiel mit Fouls (nicht alle wurden gepfiffen), bis sie zurücklagen. Zwischen Gordons Tor und der 97. Minute ließ England nur einen Freistoß zu und führte in der 63. Minute seinen letzten erfolgreichen Tackling des Spiels aus.
Um ihre Misere zu untermauern, kassierte England das entscheidende Tor durch einen Kopfball von Lautaro Martínez, der 174 cm groß ist, nachdem sie den 201 cm großen Dan Burn eingewechselt hatten, um den Luftbedrohungen Argentiniens entgegenzuwirken. Burns Beteiligung war auf Berührungen im letzten Drittel beschränkt, nachdem England in Rückstand geriet, wodurch er in ihrem eigenen Strafraum ineffektiv wurde, mehr eine imposante Figur als eine defensive Bereicherung.
Unabhängig von den Statistiken, die verwendet werden, um den Zeitraum nach Englands Führung zu bewerten, erzählen die Ergebnisse eine niederschmetternde Geschichte.