Die Atmosphäre war elektrisierend, als Frankreich seinen Einzug ins Viertelfinale feierte. Die gesamte Mannschaft stürmte vom Zentrum des Philadelphia-Stadions zu den Fans, die ihnen treu zur Seite standen, und ging in ausgelassene Feiern über, die von Jubel und triumphalen Gesten geprägt waren. Kylian Mbappé führte den Aufmarsch an und verkörperte die Leidenschaft des Teams.
Als die Feierlichkeiten abebbten, wandte sich der französische Kapitän an die Kameras und betonte die Art des Spiels. Er beschrieb es als einen erbitterten Wettkampf und nicht als ein gewöhnliches Spiel, dabei erkannte er den anhaltenden Druck von Paraguay an. „Wir wussten, was für ein Spiel auf uns zukommt“, sagte Mbappé. „Aber wir wissen, wie wir uns anstrengen müssen.“
Im Gegensatz zu Mbappés leidenschaftlichen Rückblicken bot Didier Deschamps, der französische Trainer, eine nüchternere Einschätzung der Begegnung. „Es war ein hartes Spiel, aber wie ich den Spielern sagte, hatten wir bisher einfache Spiele. Es ist gut, einem schwierigen gegenüberzustehen“, bemerkte er.
Der Trainer führte weiter aus.
„Ich habe die Spieler vorbereitet; sie haben dieses Spiel erwartet. Ich möchte Paraguay nicht kritisieren; jede Mannschaft spielt, wie sie möchte. Wir haben uns auf das Fußballspielen konzentriert, aber der Gegner hat das gemacht, was er wollte. Ein tiefes Verteidigen erfordert weniger Aufwand. Aber selbst bei der heutigen Hitze hätten wir im Übergang schneller spielen sollen.“
Obwohl Paraguay’s taktische Herangehensweise, insbesondere die Bemühungen von Matías Galarza, nicht untergraben wurden, wurde das Spiel zu einem Zeugnis des Kampfes und nicht zu einer Demonstration französischer Dominanz. Dies war Frankreichs bisher wenig überzeugendste Leistung im Turnier. Sie schafften es nicht, bis zur 55. Minute einen Schuss aufs Tor abzugeben und hatten nur einen weiteren Versuch – den entscheidenden Elfmeter – bevor Mbappé in einer hektischen Nachspielzeit mehrfach vom paraguayischen Torhüter Orlando Gill gestoppt wurde.
Frankreich verzeichnete die wenigsten Schüsse aufs Tor und die niedrigsten erwarteten Tore (xG) ihrer Weltmeisterschaftskampagne, einschließlich des Elfmeters. Paraguay’s strategische Umstellung auf eine Fünfer-Abwehrreihe und ein kompaktes Mittelfeld schränkten die offensiven Möglichkeiten Frankreichs effektiv ein. Sogar Michael Olise hatte Schwierigkeiten, Lücken zu finden, während Ousmane Dembélé und Bradley Barcola vor ähnlichen Herausforderungen standen. Die französische Mannschaft konnte ihre Leistung zu keinem Zeitpunkt steigern, was sicherlich von Marokko, ihrem nächsten Gegner, zur Kenntnis genommen wird, der ebenfalls gut darin ist, das Spiel zu stören.
Es gab mehrere Faktoren, die zu beachten waren. Beobachter merkten an, dass die drückende Hitze in Philadelphia, mit Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius, wahrscheinlich den Ausgang des Spiels mehr beeinflusste als die Taktiken Paraguays. Frankreich wirkte träge und konnte das erforderliche Tempo nicht halten, insbesondere unter der intensiven Sonne.
Letztendlich verließ sich Frankreich auf Momente individueller Brillanz. Ihre Starspieler, insbesondere Mbappé, versuchten, die Herausforderungen des Spiels unabhängig zu lösen. Diese Strategie erwies sich als effektiv. Der beeindruckende Lauf von Désiré Doué in den Strafraum ließ zwei paraguayische Verteidiger hinter sich und provozierte ein rücksichtsloses Foul von Kapitän Gustavo Gómez. Der Schiedsrichter, Ilgiz Tantashev, übersah das Foul während des Spiels, aber der VAR griff ein und sprach einen Elfmeter aus, den Mbappé souverän verwandelte.
Doué, der für PSG spielt, hatte trotz seines Einsatzes von nur 30 Minuten eine herausragende Leistung. Dies könnte die wichtigste Erkenntnis aus dem Spiel sein. Frankreich sah sich einer anspruchsvollen taktischen Herausforderung gegenüber, gegen frustrierende Gegner unter harten Bedingungen. Obwohl sie nicht gut spielten und Schwierigkeiten hatten, Chancen zu kreieren, ist es bemerkenswert, dass sie auch kein Gegentor kassierten. Zum ersten Mal in diesem Turnier mussten sie auf ihre Bank zurückgreifen, um eine Lösung zu finden, und diese Entscheidung erwies sich als erfolgreich.
Paraguay, das verschiedene Taktiken anwendete, schnitt Frankreichs Angriff effektiv ab, ähnlich wie die Strategie von Kap Verde gegen Argentinien in der Nacht zuvor. Die Beseitigung des französischen Hauch von Unbesiegbarkeit könnte dem Turnier zugutekommen. Deschamps‘ Team wird sich am Donnerstag in Boston gegen Marokko verbessern müssen. Doch durch die Überwindung dieser Herausforderung hat Frankreich auch die Tiefe ihrer Fähigkeiten unter Beweis gestellt, indem sie gezeigt haben, dass sie Siege sowohl durch geschicktes Spiel als auch durch das Ergreifen entscheidender Momente sichern können.