Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, der beim Weltmeisterschaftsturnier nicht anwesend ist, hat mit seinen jüngsten Aktionen einen bedeutenden Einfluss ausgeübt, indem er sich einer Erklärung anschloss, die Fifa für eine „unverständliche und nicht zu rechtfertigende“ Entscheidung kritisiert, die die Aufhebung von Folarin Baloguns Sperre betrifft. Dieser kühne Schritt bringt den europäischen Fußball in direkten Gegensatz zur globalen Führungsorganisation und deutet auf mögliche Auswirkungen auf die Zukunft des Sports hin.
Ceferin ist, ähnlich wie andere prominente Persönlichkeiten wie Donald Trump und Gianni Infantino, tief im Fußballmediengeschäft engagiert und sich der Implikationen von Uefa’s Erklärung bewusst. Seit Infantino 2018 eine erweiterte Klub-Weltmeisterschaft vorschlug, die im letzten Jahr in den USA umgesetzt wurde, brodeln die Spannungen zwischen Uefa und Fifa. Der Konflikt rührt hauptsächlich von Fifa’s Absicht her, die Klub-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Teams für das Turnier 2029 zu erhöhen.
Die finanzielle Erfolge von Uefa, die jährlich fast5 Milliarden Euro(4,27 Milliarden Pfund) aus der Champions League erwirtschaftet – ein Betrag, der voraussichtlich im nächsten Jahr um etwa20%steigen wird – hat Fifa’s Aufmerksamkeit erregt, da diese ihre eigenen Einnahmequellen, die hauptsächlich aus der Weltmeisterschaft stammen, vergrößern möchte.
Das jüngste Zeichen der Uneinigkeit trat im Mai 2025 während eines Fifa-Kongresses in Paraguay auf, als Ceferin und andere europäische Delegierte aus Protest über Infantinos Unpünktlichkeit gingen, da dieser an einem Gipfeltreffen mit Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman teilnahm. Während eine vorübergehende Waffenruhe eintrat, die beiden Führer die Wiederwahl anstrebten, hat die Aufhebung von Baloguns Sperre die Feindseligkeiten neu entfacht.
Uefa äußerte den Glauben, dass Fifa’s Handlungen „die Integrität des Spiels“ und „die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs“ gefährden. Trotz ihrer Kritik wird Uefa als eine strukturierte und bürokratische Organisation angesehen, im Gegensatz zu Fifa’s ad-hoc Politikansatz, wie die Nutzung von Artikel27ihres Disziplinargesetzes zur Freisprechung von Balogun und Cristiano Ronaldo im letzten Jahr belegt.

Nach der Veröffentlichung ihrer Erklärung führten Uefa-Vertreter den ganzen Tag über umfangreiche Krisengespräche. Die angespannte Beziehung zeigt sich in der begrenzten Anwesenheit von Uefa-Vertretern bei der Weltmeisterschaft. Trotz ihrer gemeinsamen Interessen erscheinen Ceferin und Infantino selten zusammen in der Öffentlichkeit.
Die zukünftigen Maßnahmen von Uefa bezüglich Balogun bleiben ungewiss und könnten vom Ausgang des Berufungsverfahrens Belgiens gegen Fifa’s Urteil abhängen. Quellen des Königlichen Belgischen Fußballverbands (RBFA) erwarten keine weitere Umkehrung und ziehen rechtliche Mittel in Betracht, einschließlich einer möglichen Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne nach dem Turnier.
Uefa könnte Belgiens rechtliche Bemühungen unterstützen und dabei ihr Fachwissen im Schweizer Recht nutzen, um Fifa effektiv herauszufordern. In der Zwischenzeit befürworten die meisten der großen europäischen Klubs aus finanziellen Gründen eine Erweiterung der Klub-Weltmeisterschaft, aber Ceferin lehnt diese Erweiterung ab, da er Bedenken hat, dass sie die Dominanz der Elite verstärken und den Status der Champions League untergraben könnte.
Während Fifa sich darauf vorbereitet, mit den kontinentalen Konföderationen und Spielergewerkschaften über den globalen Kalender nach2030zu verhandeln, könnte Uefa seine Position nutzen, um die Verhandlungen zu erschweren. Die Planung der Weltmeisterschaft2034in Saudi-Arabien ist ein besonders drängendes Thema, und eine vereinte Front von Uefa und europäischen Verbänden könnte ihnen Verhandlungsmacht verleihen. Allerdings bleibt das Ergebnis ungewiss, da Fifa anscheinend von einflussreichen Persönlichkeiten wie Trump und Prinz Mohammed unterstützt wird.