Als der Schlusspfiff näher kam, signalisierten die geballten Fäuste von Jesse Marsch eine Mischung aus Anspannung und Freude, ein Vorzeichen für die chaotische Feier, die ausbrach, als Kanada seinen Platz unter den letzten 16 Mannschaften der Weltmeisterschaft sicherte. In einem spannenden Finish erzielte Stephen Eustáquio in der Nachspielzeit einen beeindruckenden Treffer, der den Ball ins untere Eck des Netzes beförderte und Jubel unter den Spielern und dem Trainerteam entfachte.
Der entscheidende Moment kam nur 64 Sekunden nach Beginn der mindestens fünf Minuten Nachspielzeit. Eustáquio kontrollierte geschickt eine Abwehr von Südafrika, bevor er einen kraftvollen Schuss mit dem rechten Fuß abfeuerte. Obwohl Kanada das Spiel über weite Strecken dominierte, blieb die Sorge bestehen, dass sie in die Verlängerung müssten, da Südafrika eine defensivere Strategie wählte und ihr Torwart, Ronwen Williams, oft wegen seiner Zeitspiel-Taktiken kritisiert wurde.
Bedeutung des Sieges
Beide Teams erkannten die Bedeutung des Einzugs in die K.o.-Runde, was einen bedeutenden Meilenstein in ihrer WM-Reise darstellt. Der Trainer von Südafrika, Hugo Broos, äußerte das Gefühl, das unter seinen Spielern und Anhängern geteilt wurde, und sagte.
„Aber sobald man dort ist, will man mehr.“
Mit 74 Jahren ist Broos der älteste Trainer, der noch im Wettbewerb ist, und reflektierte die Herausforderungen, die er seit seinem Amtsantritt im Jahr 2021 bewältigen musste.
Obwohl Kanada von den gewohnten Heimvorteilen abgerückt war, ging die Mannschaft als Favorit in das Spiel, nachdem sie die Spitzenposition in Gruppe B verpasst hatte, was ihnen den Heimvorteil gegen die Schweiz kostete. Kapitän Alphonso Davies, der das Spiel zunächst auf der Bank begann, erkannte die Bedeutung des K.o.-Fußballs an und betonte die hohen Einsätze: „Es zählt nur der Sieg oder man geht nach Hause,“ erklärte er.
Das Spiel selbst entwickelte sich langsam, bis in der 44. Minute der Kopfball von Moise Bombito von Südafrikas Aubrey Modiba von der Linie geklärt wurde, was zu einer angespannten Situation im Strafraum führte. Kanada hatte in der ersten Hälfte eine weitere klare Gelegenheit, doch Derek Cornelius konnte einen Freistoß von Eustáquio, während er freistehend war, nicht verwandeln.
Verpasste Chancen und Schiedsrichterentscheidungen
Vor Bombitos knapper Chance war der bemerkenswerteste Moment das unerwartete Erscheinen von Dani Rojas aus der beliebten Serie Ted Lasso auf der Großbildleinwand, was laute Jubelrufe auslöste. Obwohl Kanada mehrere vielversprechende Angriffe kreierte, erlebten sie einen frustrierenden Moment, als ein potenzieller Elfmeter kurz vor der Halbzeit nicht gegeben wurde. Schiedsrichter João Pinheiro entschied, dass Khuliso Mudau den Ball berührt hatte, bevor er mit Richie Laryea in Kontakt kam, eine Entscheidung, die den Unmut von Marsch und seinem Trainerteam hervorrief.
Südafrika zeigte im zweiten Durchgang eine Verbesserung, hatte jedoch Schwierigkeiten, die Abwehr von Kanada zu durchdringen, wobei Teboho Mokoenas Schuss aus der Distanz in der ersten Spielhälfte der einzige Schuss auf das Tor war. Oswin Appollis versuchte, eine Lücke zu schaffen, aber sein Schuss ging daneben. In der Zwischenzeit blieb Maxime Crépeau im Tor von Kanada weitgehend ungestört.
In der Mitte der zweiten Halbzeit musste Williams eingreifen und hielt einen entscheidenden Schuss von Oluwaseyi. Der Abpraller fiel zu Jonathan David, der durch Mbekezeli Mbokazis rechtzeitigen Eingriff daran gehindert wurde, zu treffen, was seinen Teamkollegen für die Defensivleistung Applaus entlockte.
Feier und zukünftige Perspektiven
Davies erinnerte sich an die emotionale Atmosphäre in Toronto während Kanadas Auftakt gegen Bosnien und Herzegowina und bemerkte, dass ihm die Tränen in die Augen stiegen. Es war jedoch Eustáquios spätes Tor, das die Menge wirklich elektrisierte und die Bühne für ein Achtelfinalspiel gegen entweder die Niederlande oder Marokko am Freitag in Houston bereitete.
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