Dieser Artikel ist Teil des Expertennetzwerks zur Weltmeisterschaft 2026, einer Zusammenarbeit führender Medienorganisationen aus den 48 qualifizierten Nationen. Im Vorfeld des Turniers, das ambeginnt, werden täglich Vorschauen aus drei verschiedenen Ländern veröffentlicht.
Strategische Übersicht
„Es ist schmerzhaft zuzusehen, aber es lässt dich gewinnen“, fasst die Essenz von Frankreichs Spiel unter Didier Deschamps zusammen. Antoine Griezmann äußerte dieses Gefühl während der Euro 2024, als Les Bleus ins Halbfinale einzogen. Dennoch waren die Tore rar gesät, wobei Randal Kolo Muani der einzige Torschütze aus dem Spiel heraus in der Niederlage gegen Spanien war, während die anderen drei Tore durch Elfmeter oder Eigentore erzielt wurden.
Dieser konservative Stil stellte eine herausfordernde Phase für Frankreich dar. Deschamps schien die Grenzen seines taktischen Ansatzes auszutesten, als sein Team im März die USA bereiste, wo sie in zwei Spielen gegen Brasilien und Kolumbien fünf Tore erzielten. Deschamps äußerte den Wunsch, dass sein Kader „weniger vorhersehbar und lesbar“ sein sollte, was die Frage aufwarf, ob ihre defensive Stärke für einen offensiveren Stil geopfert wird. „Manchmal waren wir ein wenig am Limit“, bemerkte er.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Abwehr Frankreichs robust; nur vier europäische Mannschaften kassierten während der Qualifikation weniger Tore. Nun, mit einer Vielzahl von Angriffstalenten, darunter Kapitän Kylian Mbappé, Ballon d’Or-Gewinner Ousmane Dembélé und Michael Olise, steht Deschamps vor der Aufgabe, diese Spieler in eine kohärente Einheit zu integrieren. Die Herausforderung hat sich seit dem Rücktritt von Olivier Giroud aus dem internationalen Fußball im Jahr 2024 intensiviert. In den jüngsten Freundschaftsspielen schien das Team ein besseres Gleichgewicht gefunden zu haben, doch die Frage bleibt, ob sie künftig einen expansiveren Stil annehmen werden.
Coaching-Philosophie
Didier Deschamps hat sich als Maßstab im internationalen Coaching etabliert. Sein pragmatischer Ansatz hat Nachahmung inspiriert, insbesondere von Gareth Southgate während seiner Amtszeit mit England. In seinen 12 Jahren führte Deschamps Frankreich zu zwei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaftsfinals und einem EM-Finale, obwohl seine Methoden häufig kritisiert wurden. Als Antwort auf Kritiker sagte er: „Schaut euch etwas anderes an, dann.“ Sein Erfolgsbilanz untermauert seine Standhaftigkeit, und mit Plänen, diesen Sommer von Les Bleus abzutreten, zeigt er keine Absicht, seine Philosophie zu ändern. Nach vorherigem Erfolg mit Monaco und Marseille denkt Deschamps nun an eine Rückkehr ins Vereinsmanagement.
Schlüsselspieler
Kylian Mbappé steht als zentraler Punkt des Teams im Mittelpunkt, eine Rolle, die er seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2018 für Frankreich erfüllt. Vom glänzenden Flügelspieler hat er sich zu einem produktiven Stürmer gewandelt, der nun als Nummer 9 spielt, um den herum die offensive Strategie Frankreichs aufgebaut ist. Seine bemerkenswerte Torgefährlichkeit positioniert ihn, um Giroud als besten Torschützen des Landes zu übertreffen.

Spieler, auf den man achten sollte
Warren Zaïre-Emery, erst 20 Jahre alt, hat bereits eine Achterbahn-Karriere durchgemacht. Er gab sein denkwürdiges Debüt für Frankreich mit 17, hatte jedoch Rückschläge aufgrund von Verletzungen und anschließenden Formverlusten, was zu einer Herabstufung in die U21 führte. Er hat ein starkes Comeback hingelegt und ist ein wichtiger Bestandteil eines der stärksten Vereinsmittelfelds weltweit geworden. Er strebt danach, eine bedeutendere Rolle bei Les Bleus zu sichern, möglicherweise sogar die Problematik auf der rechten Abwehrseite von Deschamps zu lösen, wie er im Champions-League-Spiel gegen Bayern München demonstrierte.
Unterschätzter Beitragender
Dayot Upamecano hat im vergangenen Jahr bemerkenswert an Konsistenz und Gelassenheit gewonnen. Während William Saliba für seine hervorragenden Leistungen bei Arsenal Aufmerksamkeit erregt und in Frankreich an Bedeutung gewinnt, waren Upamecanos Beiträge entscheidend für die Nationalmannschaft. Der 27-jährige Innenverteidiger von Bayern München begann jedes WM-Qualifikationsspiel, außer in einem nicht-kritischen Spiel gegen Aserbaidschan, wo er Ibrahima Konaté in Schach hielt.
Prognostizierte Startelf

Fan-Erwartungen
Hohe Preise haben viele französische Fans abgeschreckt, dennoch werden etwa 1.000 Fans bei jedem Spiel erwartet, wobei rund 650 Mitglieder der Irrésistibles Francais (IF), der größten organisierten Fangruppe von Les Bleus, zur Eröffnungspartie gegen Senegal anwesend sein sollen. Die IF ist bekannt für ihre lebhafte Atmosphäre, obwohl ihre Gesänge recht einfach sein können. Erwarten Sie, „Allez Les Bleus“ („Vorwärts, die Blauen“), „Qui ne saute pas n’est pas Français“ („Wer nicht springt, ist kein Franzose“, oft begleitet von einem kollektiven Sprung) und die Nationalhymne, die Marseillaise, häufig während der Spiele zu hören.
Politische Dynamik mit den USA
Die Beziehung zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron begann positiv, nach ihren jeweiligen Wahlen im Jahr 2017, hat sich jedoch seitdem verschlechtert. Spannungen sind über Themen wie den Krieg in der Ukraine und kürzlich über den Konflikt im Iran aufgetreten. Trump hat Frankreich für seine Zögerlichkeit kritisiert, US-Aktionen im Iran zu unterstützen, und persönliche Bemerkungen über Brigitte Macron gemacht. „[Sie] behandelt ihn extrem schlecht“, bemerkte Trump und bezog sich auf einen Vorfall aus dem letzten Jahr, bei dem Brigitte Emmanuel anscheinend schubste. Macron antwortete und nannte Trumps Bemerkungen „weder elegant noch angemessen.“
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