18.07.2026
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Wachsende Unterstützung für Spanien im WM-Finale trotz Kontroversen mit Argentinien

‘Rifts began to appear’: Why many Latin Americans want Spain to beat Argentina in the World Cup final

Die brasilianische Journalistin Julia Duailibi, bekannt für ihre politischen Kommentare in der renommierten Zeitung O Globo, hat kürzlich ihren Fokus auf den Sport verlagert und äußerte ihre Zurückhaltung, Argentinien im bevorstehenden WM-Finale zu unterstützen. In ihrer Kolumne teilte sie ihre Bewunderung für das argentinische Volk, das von Brasilianern als hermanos bezeichnet wird, stellte jedoch fest, dass sich ihre Haltung nach Argentiniens intensivem Halbfinalsieg gegen England erheblich geändert hat.

„Ich war immer ein Bewunderer der hermanos und hätte mich gefreut, ein Team aus Südamerika anzufeuern“, schrieb sie und erkannte ihr Unbehagen über das rassistische Verhalten einer Minderheit argentinischer Fans sowie das Schweigen der Mehrheit während des Spiels an.

Dieses Gefühl findet in ganz Lateinamerika großen Anklang, wo viele öffentlich ihre Unterstützung für Spanien im Finale erklärt haben. Die Vorfälle von Rassismus, die von einigen argentinischen Fans gezeigt wurden, sind ein mitverantwortlicher Faktor, aber sie sind nicht der einzige Grund für diesen Wandel in der Loyalität.

Veränderte Dynamik in der regionalen Unterstützung

Nicolás Cabrera, ein argentinischer Soziologe und Anthropologe, der die Fußballkultur in Lateinamerika intensiv studiert hat, kommentierte diese sich entwickelnde Dynamik. Er beobachtete, dass die Unterstützung für lateinamerikanische Teams gegen europäische in den letzten Jahren erheblich abgenommen hat.

Historisch war diese Unterstützung hauptsächlich auf Argentiniens lokale Rivalen gerichtet, insbesondere Brasilien, Uruguay und Chile. Cabrera stellte jedoch fest, dass dieser Trend auch Fans aus Mexiko, Kolumbien und Ecuador umfasst. „Risse begannen aus mehreren Gründen zu erscheinen“, sagte er und hob Argentiniens jüngste Dominanz im internationalen Fußball hervor.

Argentinien ist in den letzten Jahren die erfolgreichste Nationalmannschaft Lateinamerikas gewesen, erreichte drei der letzten vier WM-Finals und sicherte sich mindestens einen Sieg. Dieser Erfolg wurde von den Nachbarländern nicht erreicht, darunter Brasilien, das zuletzt 2002 das Finale erreichte.

Gestiegene Rivalität und Einfluss der sozialen Medien

Zusätzlich wurde die intensive Rivalität durch die Häufigkeit der Vereinsmatches angeheizt, insbesondere in der Copa Libertadores, die von rund 20 teilnehmenden Teams in den 1990er Jahren auf fast 50 heute angewachsen ist. Cabrera erklärte.

„Da unsere Teams häufiger gegeneinander spielen, beginnen die Fans, sich gegenseitig zu reizen.“

Außerdem haben die sozialen Medien diese Spannungen verstärkt, wobei Hassrede und diskriminierende Bemerkungen zunehmend verbreitet werden. Er bemerkte.

„Hassrede, Rassismus, Xenophobie und Diskriminierung begannen, sich auf Weisen zu verbreiten, die zuvor marginaler und weniger sichtbar waren.“

Rassistisches Verhalten einiger argentinischer Unterstützer ist besonders bei Spielen gegen brasilianische Teams zunehmend sichtbar geworden. Historische Rassismusfälle, wie ein Cartoon von 1920, der brasilianische Spieler als Affen darstellt, sind wieder aufgekommen und heben ein langanhaltendes Problem hervor.

Gianluca Prestianni covering his mouth while arguing with Vinícius Júnior

In den letzten Monaten haben mehrere argentinische Touristen in Brasilien rechtliche Konsequenzen für rassistische Beleidigungen erlitten. Ein solcher Vorfall betraf einen Touristen, der dabei gefilmt wurde, wie er einem schwarzen Brasilianer Affengesten gegenüber machte, was erhebliche Kritik nach sich zog.

Diese rassistischen Kontroversen haben sich über Vereinsmatches hinaus auch in internationale Wettbewerbe ausgeweitet, was Duailibi dazu veranlasste, das Thema in ihren Schriften anzusprechen. Sie bemerkte.

„Ich weiß, dass Brasilien in dieser Hinsicht auch kein Vorbild ist, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, wenn es um Rassismus geht, aber zumindest ist unser rechtlicher Rahmen viel effektiver als ihrer.“

Argentinien hat kein Gesetz, das Rassismus ausdrücklich kriminalisiert.

Unterstützung für Argentinien trotz Kritik

Trotz dieser Vorfälle bleiben einige Brasilianer fest in ihrer Unterstützung für Argentinien. Fábio Luís Barbosa dos Santos, ein brasilianischer Historiker mit Fokus auf lateinamerikanische Studien, erkannte den Rassismus an, hält jedoch an seiner Unterstützung für Argentinien im Finale fest.

„Wenn das Problem Rassismus ist, dann könnte man Spanien auch nicht unterstützen“, wies er hin und verwies auf die koloniale Geschichte Spaniens und den Rassismus, dem der brasilianische Fußballer Vinícius Júnior in La Liga ausgesetzt ist.

Selfie of a man in an Argentina shirt

Santos drückte seine Solidarität mit Argentinien aus und bemerkte, dass die historischen Verbindungen zwischen den beiden Nationen von Kolonialismus, Diktaturen und dem Aufstieg der extremen Rechten geprägt sind. Er erklärte.

„Ihr Unglück ist auch unser Unglück, so wie ihre Freuden auch unsere Freuden sein sollten.“

Viele Brasilianer teilen diesen Standpunkt. João Felipe Jr., ein 32-jähriger Fahrer von Fahrdienstanbietern, plant, von Rio de Janeiro nach São Paulo zu reisen, um das Spiel in einer von Argentiniern geführten Bar zu sehen, die viele brasilianische Unterstützer angezogen hat.

In Rückblick auf seine Erfahrungen erinnerte sich Felipe Jr. daran, vor drei Jahren ein Spiel zwischen Brasilien und Argentinien besucht zu haben und wies die Verschwörungstheorien zurück, die in sozialen Medien zirkulieren, dass Argentinien von der FIFA bevorzugt wird. Er betonte.

„Sie haben es verdient, im Finale zu sein, vor allem wegen dem, was Messi tut. Für mich hat es alles mit ihm zu tun. Wenn er aufhört, werde ich aufhören, Argentinien zu unterstützen.“

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